Michael Hingston – Die Dilettanten

Auf dem Campus der Simon-Frasier-University tobt das berühmt-berüchtigte Studentenleben. Zwischen langweiligen Seminaren gehen Beziehungen in die Brüche, die qualvolle Angst vor der ungewissen Zukunft, der pseudo-intellektuelle Ironiezwang, um bloß nicht aufzufallen und schon gar nicht negativ. Diese durch und durch durchschnittliche Welt wird durch gleich zwei Ereignisse unterbrochen: die Ankunft eines Hollywoodstars als ganz normalem Studenten und der Lokalzeitung Metro, die der Studentenzeitung Peak den Kampf ansagt.
Mir hat sich das Buch leider nicht erschlossen. Die selbstverliebten Figuren, die krampfhaft alles kopieren und bemüht sind, sich nie festzulegen oder Stellung zu beziehen, bleiben blass und eindimensional. Sie entwickeln sich in keiner Weise, haben keine Message und sind auch in ihren Dialogen so banal, dass es einem schier langweilt. Auf Handlung habe ich vergeblich gewartet, auch das Zeitgerüst des Romans erschließt sich nicht – Tage, Wochen oder gar ein ganzes Semester?
Sollen die überzeichneten Figuren ein überspitztes Bild auf die heutigen Studenten werfen? Das trifft zumindest auf die BA Studenten in Deutschland so gar nicht zu.
Sollen oberflächliche Massenkonsumgüter kritisiert werden? Dafür wird diesen viel zu sehr gehuldigt, die vorgeschobenen Literaturdebatten bleiben erschreckend hohl.

Von den im Klappentext angekündigten „Witz, Wahrheit und Wahnsinn“ konnte ich leider wenig entdecken. Für mich herrschten Langeweile und Bedeutungs- und Aussagelosigkeit. Möglicherweise ist das der Zustand der Studenten heute. Ich habe meine Zweifel.
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