Dave Eggers – The Circle

Mae Holland ist überglücklich: Dank ihrer Freundin Annie hat sie einen Job bei der begehrtesten Firma überhaupt erhalten, bei „The Circle“. Die Mitarbeiter sind cool, echte Vorreiter in allem, was das Internet betrifft, das Unternehmen bietet auf dem Campus nicht alles, was man zum Leben braucht und schnell verschmelzen Freizeit und Job. Die Arbeit im CE fällt Mae leicht und schnell erregt sie Aufmerksamkeit – aber auch weil sie mit Annie, einer der 40 wichtigsten Personen im Unternehmen privat eng befreundet ist. Doch nicht alles läuft reibungslos, Ames Vater ist schwer an MS erkrankt und nach einem anstrengenden Wochenende bei ihren Eltern und einem einsamen Kayakturn wird sie zu ihren Vorgesetzten bestellt: sie war für 48 Stunden von der Bildfläche verschwunden. Social Networking ist jedoch alles bei The Circle und Mae beginnt ihr Leben zu dokumentieren bis sie schließlich gänzlich „transparent“ wird und eine Kamera alles live überträgt, was sie erlebt. Die steigende Popularität im Internet führt jedoch zu Problemen mit ihren Mitmenschen, die dieser völligen Öffentlichkeit skeptisch gegenüberstehen. Und neueste Entwicklungen bringen plötzlich auch Annie in schwere Gewissenskonflikte.
Der Roman des Jahres mit dem gegenwärtig aktuellsten Thema global. „The Circle“ liest sich leicht und die Seiten fliegen geradezu dahin. Es sind jedoch weder die Handlung noch die etwas dümmlich-flachen Figuren, die den Reiz ausmachen. Eggers gelingt es ein Szenario zu kreieren, das einerseits nah genug an der Realität ist, dass man das Gedankenkonstrukt problemlos mitgeht, andererseits überschreitet er haarscharf immer wieder genau die Grenze, die einem zusammenzucken und denken lässt: „Das geht aber gar nicht“. Es ist genau ein Tick zu weit und reißt damit die Fragen auf, wie weit wir mit unserem zweiten Leben im Internet gehen wollen. Wollen wir wirklich alles von den anderen und unseren Vorfahren wissen? sollte es zu unserem eigenen Schutz nicht ein Stück Privatsphäre geben? Sind wir noch authentisch, wenn jeder alles sehen kann und welche Erfahrungen machen wir, wenn bei allem die Dokumentation fürs Netz im Vordergrund steht?

Auf unterhaltsame Weise stellt Eggers essentielle Fragen über unser Verhalten und die Welt, in der wir in Zukunft leben.
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