Theresa Révay – An den Ufern des Bosporus

Fünf turbulente Jahre in einem Land im Umbruch. Fünf turbulente Jahre für Leyla, deren Leben durch die politischen Ereignisse bestimmt wird und die genau wie auch ihre Heimat an den Herausforderungen der Zeit wächst. Ein glückliches, von Traditionen geprägtes Leben führt sie mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Istanbul. Er ist als diplomatischer Berater unmittelbar mit den aktuellen Ereignissen zu Ende des ersten Weltkrieges konfrontiert. Das Leben der Frauen ist davon üblicherweise weitgehend unberührt, doch Leylas jüngerer Bruder Orhan, für den sie sich seit dem Tod der Eltern verantwortlich fühlt, hat sich zum Kampf im Untergrund entschieden und so lernt sie eines Tages den schwerverwundeten Deutschen Hans kennen und lieben. Zwischen zwei Männern, das Land vor der größten Veränderungen seiner Geschichte muss die junge Frau ihren eigenen Weg finden und gehen, heraus aus dem Schutz der türkischen Tradition hin zur Selbstbestimmung.

Theres Révay verbindet die Geschichte des Landes mit einer privaten Tragödie, die sehr viel Schmerz bringt, aber auch mit ungeahnten neuen Freiheiten lockt. Die Entwicklung einer Frau, die sich mehr und mehr emanzipiert und von der Tradition und Vorbestimmung löst, deren guten Seiten jedoch bewahren möchte, wird parallel zum Übergang in die moderne Türkei geschildert, die sich auch emanzipieren muss von alten Ansichten und Vorherrschaften des Westens, um einen eigenen Weg für das Land zu schaffen. Dazu die Schwierigkeiten zu lieben und festzustellen, dass es unterschiedliche Arten der Liebe geben kann, die sich nicht gegeneinander aufwiegen oder messen lassen.
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