Eva Karnofsky – Opferfläche

Nach Jahren in Lateinamerika arbeitet Karola Krauss wieder als Journalistin in Deutschland. Als ein beliebter Lokalpolitiker und bekennender Fracking-Gegner getötet wird, wittert sie eine große Story. Doch ein Maulkorb ihres Chefs bremst sie aus. Es wird nicht gerne gesehen, wenn das Projekt amerikanischer Investoren mit negativen Schlagzeilen begleitet wird. Doch nicht nur beruflich steht sie vor dem Aus. Ihre Nachforschungen zu dem Bohrvorhaben machen sie zu einem gefährlichen Gegner und zum Ziel von Anschlägen. Hilfe erhält sie unerwarteterweise von ihrem Exmann, der sich aus gänzlich anderen Motiven an ihrer Arbeit beteiligt. Die Fracking-Befürworter sind jedoch bereit, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um weitere Enthüllungen zu verhindern – dabei schrecken sie auch vor weiteren Morden nicht zurück.

Ein Krimi, in dem der Mord und seine Aufklärung nicht im Vordergrund stehen. Ein gesellschaftlich brisantes Thema, dessen vielfältige Perspektiven und Interessen clever in die Handlung eingeflochten werden und das möglicherweise auf diese Art mehr in den allgemeinen Fokus geraten könnte. Man merkt, dass der Autorin das Thema Fracking nicht nur als Mittel zum Zweck dient, sondern einem persönlichen Interesse und Sorgen entwachsen ist. So finden auch ihre Figuren, die diesbezüglich für den normalen Leser hervorragende Schablonen bieten, einen Zugang zu einer ihnen neuen Thematik, deren Brisanz sich erst nach und nach erschließt und die zudem aufzeigt, wie Wirtschaft, Politik und Medien verflochten sind und die öffentliche Meinung steuern können.

Ein öffentlicher Appell, der als Unterhaltungsliteratur getarnt gleich mehrere Themen anreißt, die den Leser und Bürger nachdenklich machen. Dabei unterhaltsam und spannend geschrieben.

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