Roberta De Falco – Die Trüben Wasser von Triest

Aus den trüben Wassern von Triest wird die Leiche einer alten Dame gefischt. Was sich zunächst wie ein Unfall anlässt entwickelt sich schnell zu einem undurchdringlichen Fall. Ursula Cohen wurde gehasst, von allen Menschen, die mit ihr zu tun hatten. Immer länger wird die Liste der Verdächtigen: Martin Skok, der Gärtner und Chauffeur, den sie andauern schikanierte und dem sie mehrere Monatsgehälter schuldete; Violeta Amado, ihre Pflegerin, der sie das Leben zur Hölle machte; Danilo Ros, der Eigentümer der Villa, in der sie zeitlebens wohnen durfte und der die alte Frau endlich loswerden wollte; Sergio Cohen, ihr verschuldeter Neffe, der durch die Erbschaft wieder etwas Luft zum Atmen bekommen hätte; dessen Exfrau Marisa, die es ebenfalls auf die Villa und das Geld abgesehen hatte und daher die Dame regelmäßig besuchte. Commissario Benussi und seine zwei Inspektoren Elettra Morin und Valerio Gargiulo drehen sich scheinbar im Kreis. Je mehr sie von der Tatnacht aufdecken, desto verdächtiger werden alle und an Motiven mangelt es nicht. Ist die Entdeckung Violetas über Ursula Cohens Vergangenheit der Schlüssel zur Lösung?
Der Krimi taucht ab in traurige Seelen, enttäuschte Lebensgeschichten und den Wunsch vergangenes Leid zu rächen. Es ist nicht so sehr die spannende Frage nach dem Mörder, die den Roman trägt, sondern das Leid einzelner Figuren, das sich nach und nach entfaltet und ihr verhalten erklärt, wenn auch nicht entschuldigen will. Ein großes Geständnis über das Leben des Opfers rundet die Geschichte am Ende ab. Der Fall dreht sich scheinbar im Kreis doch ist dieses Kreisen nur ein annähern an die Figuren, die im Gegensatz zu vielen Romanen des Genres hier alle nicht oberflächlich bleiben, sondern ungeahnte Tiefen erhalten. Auch die Atmosphäre des Handlungsortes wird nicht nur eingefangen, sondern zum elementaren Bestandteil.

Kein klassischer Suspense Krimi, der an den Nerven zehrt, sondern eher eine Psychostudie mit Mord.
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