Angelika Felenda – Der eiserne Sommer

Sommer 1914, München. Das königliche Leibregiment steht kurz vor großen Feierlichkeiten als in Sarajewo das Ungeheuerliche passiert: der österreichische Thronfolger wird ermordet. Das Militär ist angespannt, eine Vergeltung muss kommen, da ist Ruhe in den eigenen Reihen absolut erforderlich. Von all diesen Ereignissen bleibt Kommissär Reitmeyer zunächst unbehelligt, er geht seiner Arbeit nach, die ihn gleich mit zwei mysteriösen Mordfällen auch vollends beschäftigt. Bald schon zeigt sich, dass in diese nicht nur Offizieren verwickelt sind, sondern er auch privat befreundet ist mit einem der potenziellen Täter. Doch wer hier Täter und wer Opfer ist, zeigt sich nicht gleich und Reitmeyer wirbelt mehr Staub auf, als für seine Gesundheit gut ist.
Angelika Felenda hat mit dem ersten Fall für Sebastian Reitmeyer einen spannenden Krimi vorgelegt, der geschickt in die Ereignisse kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges eingeflochten wurde. Der Protagonist ist hartnäckig als Ermittler, umsichtig als Mensch und verschiedenen Facetten gezeichnet, die ihn zu einer interessanten Figur machen, die den Roman trägt. Aber auch die Nebenfiguren, der Azubi Rattler oder auch die Ärztin Caroline, bestechen durch unterhaltsame Charakterzüge und verleihen dem Krimi eine für das Genre nicht immer gegebene Tiefe. Der Fall selbst bietet viele Schleifen und unterschiedliche Spuren und wird schließlich sauber und glaubwürdig gelöst. Besonders positiv aufgefallen ist mir die sprachliche Gestaltung, die mir durchgängig glaubhaft für die dargestellte Zeit erscheint.

Insgesamt: spannende Unterhaltung mit interessanten Figuren.
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