Axel Hollmann – Asphalt

Julia Wagner schlägt sich durch. Mehr schlecht als recht. Seit sie ihren Job beim LKA an den Nagel gehängt hat, versucht sie sich als Fotojournalistin. Der große Coup scheint ihr gekungen als sie einen ambitionierten Lokalpolitiker mit zu jungen Prostituierten vor die Linse bekommt. Aber die Zeitungen wiegeln ab. Fast abgebrannt hat sie plötzlich ein anderes Problem: ihr Exkollege und Exliebhaber Frank quartiert sich bei ihr ein. Ein Undercover-Einsatz ging schief und eine Gruppe Rocker trachtet ihm nach dem Leben. Seinen Kollegen haben sie bereits grausam hingerichtet. Doch warum sollte. Julia ihm helfen? Er hat sie schon einmal belogen. Kann sie ihm dieses Mal vertrauen? Als Franks Tochter entführt wird, muss Julia alles auf eine Karte setzen und begibt sich in Lebensgefahr.

Der Thriller bietet durchaus einiges an Spannung. Rasant geht die Handlung voran, das Tempo ist durchweg hoch. Ein in sich insgesamt glaubwürdiger Fall, der mehr auf die zwischenmenschlichen Aspekte und Gewissensbisse setzt. Kleine unlogische Fehler kann man da getrost übersehen. Gut gefallen hat mit die Protagonistin. Starrsinnig, immer mit dem Kopf durch die Wand, aber mit gutem Herzen. Bisweilen im Handeln impulsiv und geradezu dämlich, bleibt sie sympathisch – wenn auch nicht immer ganz glaubwürdig. Erzählt wird aus ihrer Perspektive, weshalb sie den Leser recht schnell für sich einnehmen kann. Die fehlende Objektivität wird so durch eine gebrochene Figur ersetzt, die liebevoll mit vielen Ecken und Kanten gezeichnet wurde.
Fazit: spannend, die Unterhaltung lebt jedoch von der „rotzigen“ Protagonistin.
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