Daniel Carinsson – Goldregen

Ein Bild versetzt die Öffentlichkeit in Aufruhr: zahlreiche Leichen mit Gewichten beschwert wurden in einem See oder Fluss versenkt. Der Ort bleibt unklar, es könnte überall auf der Welt sein, daher ist die Besorgnis auch nur begrenzt. nicht so bei Musikmanager Adam Wischnewski. Er erkennt, dass sich das Drama unweit seiner österreichischen Heimat abspielen muss, denn die Opfer tragen die traditionellen Kostüme einer berühmten Roma Band. Mit einer eilig hergezauberten Tarnung begibt er sich nach Ungarn, um dem Treiben der Rechtspopulisten dort nachzuforschen. Doch so einfach wie er dachte ist die Lage nicht und schon bald ist auch er in Gefahr von mehreren Seiten.

Ein Thriller in einem eher untypischen und sicher vielen Lesern unbekannten Milieu. Daniel Carinsson gelingt es, eine alte europäische Kultur ins Zentrum zu rücken und von Vorurteilen zu lösen ohne zu beschönigen. Die Gratwanderung zwischen einer Kriminalgeschichte mit kulturellen Aspekten ist ihm überzeugend gelungen. Beschreibende Passagen, die Einblicke in die Musik und Denkweise der Roma geben wechseln sich mit teils rasanten, teils brutalen Passagen ab und geben dem Thriller einen ganz eigenen Rhythmus. Ein Plus ist das Glossar, das dem Leser Orientierung bietet und mit notwendigen Hintergrundinformationen versorgt. Einzig die Tatsache, dass es der zweite Band einer Reihe ist und sich der (wenn auch hier nicht im Zentrum stehende) Handlungsstrang um Adam und Mirijam nur begrenzt erschließt, ist ein kleiner Wermutstropfen.
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