Kerstin Hamann – Windige Geschäfte

Ein Wiesbadener Stadtrat wird ermordet von seiner Putzfrau aufgefunden. Die ersten Spuren führen zu Paul Fischer, Mitglied des Wiesbadener K11 – sein Blut findet sich am Tatort. Doch er war nicht alleine dort, attraktive Studentin Eva, die für Stumpf arbeitete, war am Vorabend ebenfalls bei einer rauschenden Party anwesend. Wie war das Verhältnis zwischen Politiker und Studentin? Schnell tauchen weitere Verdächtige auf: offenbar gab es ein lukratives Geschäft mit Windkraftanlagen, an dem nicht nur Stunpf Interesse hatte. Ein Diebstahl, ein Einbruch und einen Doppelmord später scheint jedoch klar zu sein: Der Kollege ist hochgradig verdächtig und die Tatsache, dass er untertaucht, spricht nicht für ihn.

Kerstin Hamann hat einen überzeugenden Regionalkrimi mit aktuellem Bezug geschaffen. Für Kenner des Rhein-Main-Gebiets gibt es vieles zu entdecken und so manche Parallele zu aktuellen Diskussionen. Die Figuren sind glaubwürdig gezeichnet, der Fall spannend mit sauberer Auflösung und aktionreichem Ende. Besonders gefallen hat mir der psychologische Aspekt mit der Frage, wie gut man einen Kollegen/Freund kennt bzw. ob man sich derart in einem Menschen täuschen kann. Die Zweifel werden langsam aufgebaut und unterfüttert und auch als Leser fragt man sich ebenfalls lange Zeit, was dahintersteckt. Einmal mehr konnte mich ein Krimi des Sutton-Verlags begeistern.

Advertisements