Sibylle Lewitscharoff – Killmousky

Richard Ellwanger steht vor einer wichtigen Frage: wie um Himmels Willen soll er jetzt seine Tage füllen? Der Kriminalhauptkommissar musste nach einem umstrittenen Verhör seinen Dienst quittieren und sitzt nun mit dem frisch zugelaufenen Kater Killmousky zu Hause. Doch seine Vermieterin hat schon einen Auftrag für ihn: im fernen New York kam die Tochter eines Bekannten ums Leben. Die Polizei hat den Fall schnell zu den Akten gelegt, doch die Familie vermutet, dass der Ehemann einen Mord geschickt vertuscht hat. Überhaupt scheint dieser nicht ganz durchsichtig und da es Verbindungen nach Deutschland gibt, soll Ellwanger der Sache auf den Grund gehen. Schnell stellt er fest, dass auch bei den oberen Zehntausend genauso niedere Beweggründe zu finden sind, wie überall sonst.

Sibylle Lewitscharoff hat sich mit Killmousky an ein für sie neues Genre gewagt und war erfolgreich. Der Protagonist wirkt authentisch und sympathisch, insbesondere in seinem zunächst unsicheren Umgang mit den Schönen und Reichen, doch zunehmend kommt seine Professionalität zum Vorschein und er gewinnt an Sicherheit und Profil. Doch Sibylle Lewitscharoff hat nicht nur einen unterhaltsamen Krimi geschrieben, dessen Auflösung durchaus vorhersehbar ist, sondern lässt den Kommissar gleich zweimal an moralische Grenzen stoßen, bei denen sich der Leser ebenfalls fragen muss, ob der rechtliche Rahmen und das eigene Moralgefühl hier zueinanderfinden. Bei aller Kritik an der Autorin und ihren verschrobenen Weltansichten: dieser Roman ist gelungen.

Véronique Olmi – Das Glück, wie es hätte sein können

Zufällig kommt die Klavierstimmerin Suzanne in das Haus von Serge. Sein Sohn hat ein neues Klavier erhalten. Es liegt etwas in der Lust, doch erst wenige Tage später bei einer erneuten Begegnung in einer Bar, entzündet sich ein Funke zwischen beiden. Dabei ist Suzanne glücklich liiert und Serge hat neben einer erfolgreichen Immobilienagentur ebenfalls alles, wovon man nur träumen kann: ein tolles Haus, eine reizende junge Frau, zwei liebenswerte Kinder. Dennoch geben sie sich dieser Faszination hin und gefährden ihrer beider Leben.

Die Verbindung zwischen Serge und Suzanne ist spürbar und stark, leider leidet das Buch unter einer ruckeligen Übersetzung. Die Formulierungen sind nicht so glatt und leicht, wie man sie bei einem kurzen Blick ins Original finden kann. Manche muten bisweilen seltsam an, wenn Serge wiederholt „Die Schöne und das Tier“ meditiert (im Original: „La belle et la bête“ in Anlehnung an das berühmte Märchen), fragt man sich schon, warum hier auf die gängige Formulierung im Deutschen – „Die Schöne und das Biest“ – verzichtet wird. Einmal mehr kann ein französisches Buch hier nicht punkten, weil es sprachlich nicht überzeugt.