Roberto Ampuero – Der Fall Neruda

Ein warmer Februarmorgen in Valparaíso. Cayetano Brulé sitzt in einem Café und wartet auf einen Termin mit drei berühmten Beratern. Er hatte schon einmal in dieser Stadt einen Auftrag als Ermittler, in den chaotischen Endtagen der Allende Regierung. Sein Auftraggeber damals: kein geringerer als Pablo Neruda. Was sich simpel anhörte – er solle eine Frau ausfindig machen, die der Autor 30 Jahre zuvor in Mexiko kennen und lieben gelernt hatte – wurde für ihn zu einer globalen Suche nach einem Phantom, das die Länder und Identitäten in einem Tempo wechselte, dass dem frischgebackenen Detektiv fast schwindelig wurde. Als er sich endlich am Ziel sah und die ominöse Beatriz gefunden hatte – drohte das Land im Umsturz zu versinken und er war nicht sicher, ob er dem berühmten Schriftsteller seinen letzten Wunsch würde erfüllen können.

Ampueros Roman führt zurück in eine turbulente Zeit Südamerikas. Die politischen Ereignisse werden ebenso mit der Handlung verflochten wie das Leben Pablo Nerudas. Fakt und Fiktion spielen hier unterhaltsam zusammen und erzählen nebenbei noch eine detektivische Geheimdienstgeschichte. Unterhaltsam zu lesen, hätte sicher mit mehr Wissen um Neruda und Chile noch mehr Eindruck hinterlassen.
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