Ralph F. Wild – Realmord

Eigentlich möchte er sich ja nur ausruhen, deshalb fährt der Multimillionär Frank Mellendorf nach Cannes, wo er während der Festspiele auch mit dem befreundeten Regisseur Michael McLorey Zeit verbringen möchte. Was angenehm an der Côte d’Azur beginnt, entwickelt sich für den Unternehmer jedoch schnell zum Höllentrip, denn er ist in einen Film seines vermeintlichen Freundes geraten, der sich mit seinem letzten Meisterstück selbst übertreffen will: ein realer Mord geschieht vor der Kamera und echte Aufnahmen bilden das Rahmenprogramm. Unglaubliche Mittel hat er eingesetzt und minutiös jeden Schritt geplant. Sein Plan scheint aufzugehen, denn die Polizei sieht in Mellendorf den Mörder und McLorey kann unbehelligt an seinem Werk arbeiten.
Der Plot ist außergewöhnlich und in sich stimmig konstruiert. Die kurzen Kapitel und raschen Szenenwechsel schaffen ein hohes Tempo, was passend ist zu der erzählten Zeit und dem Leser das Gefühl geben, direkt in der Handlung zu sein. Für mich persönlich trüben ein paar unlogische Handlungen, die etwas zu große Anzahl an Zufällen und die schier übermenschlichen Fähigkeiten von McLoreys Helfer das Vergnügen. Auch hätte der Roman durch ein wenig mehr Tiefe bei den Figuren an Format gewonnen, sie bleiben doch alle sehr oberflächlich und selbst McLorey, der mit seinem unsäglichen Plan offenkundig gestört ist, tritt mit seiner Psyche nicht wirklich in Erscheinung.

Insgesamt eine gute Idee und spannende Unterhaltung. 
Advertisements