Bernhard Aichner – Totenfrau

Eine Kindheit gibt es nicht für sie. Die Eltern zwingen sie im Betrieb mit zu helfen. Sie sind Bestatter, aber das stört nicht. Tote sind für sie mehr Trost als beängstigend. Doch ihre Chance auf Rache kommt und so wird sie frei und findet auch noch in Mark den Mann ihres Lebens. Jahre voller Freude und ungeahntem Glück – doch dies findet ein jähes Ende. Ein vermeintlicher Unfall entpuppt sich als Mord und sie nimmt Rache. Nicht nur für ihren Mann, sondern auch für die obdachlose Dunja, der Mark helfen wollte, um ihre Peiniger zu Rechenschaft zu ziehen.

Das Buch hält den Leser in einem schwierigen Spannungsfeld zwischen Entsetzen ob der geschilderten Grausamkeiten und andererseits Verständnis für das Handeln der Figuren. Die Protagonistin Blum macht es einem nicht leicht, will man doch Sympathie für sie empfinden und wird dann doch wieder abgestoßen. Die Suche nach Dunjas Vergewaltigern und Marks Mörder hält die Spannung lange oben, gegen Ende wird jedoch sehr absehbar, wer der Drahtzieher ist und  leider wird ein letzter Schlenker nicht genutzt, den Leser wirklich zu überraschen. Der Schreibstil ist fesselnd und lässt den Leser immer weiter in die Handlung versinken. Die Gestaltung des Buchs ist möchte ich ausnahmsweise hervorheben, denn wenn man nämlich von dem Umschlag absieht, ist es ein ausgesprochen hübsch gestaltetes Werk, was eine besondere Erwähnung verdient hat.

Fazit: Gelungene Unterhaltung aus nicht alltäglicher Perspektive.

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