Alexander Bálly – Der Tote am Maibaum

Aufgehängt, mitten im Ort und auch noch gut sichtbar – so hängt er da, der Bauunternehmer Brunnrieder und im bayrischen Dörfchen Wolznach geht die Spekulation los, wer der Täter sein könnte. Ein Konkurrent aus dem Schießverein, die Geliebte oder die Ehefrau, ein Bauer, dem gerade ein großes Geschäft durch die Lappen ging? Die Polizei verfolgt jede Spur, doch ist sie dabei weniger erfolgreich als der Metzgermeister Wimmer, der frisch im Ruhestand zusammen mit Enkelin Anna ein neues Betätigungsfeld gefunden hat. Mit Cleverness und Humor nehmen sie eigene Ermittlungen auf und kommen so mancher Ungereimtheit bald auf die Spur.

Der Krimi besticht durch sympathische Protagonisten, die weder Überhelden sind noch sonst über außergewöhnliche Fähigkeiten verfügen, was sie nicht nur authentisch wirken, sondern schnell den Leser für sich gewinnen lässt. Mit einer großen Portion Humor wird die Geschichte verfolgt, die eine oder andere Windung und falsche Fährte ist auch dabei, bevor es zu einem glaubwürdigen, sauberen Ende ohne Kommissar Zufall kommt. Die lokale Einbettung ist ebenfalls gut gelungen, mit einem etwas geglätteten Dialekt fühlt man sich förmlich im Dort dabei.

Alles in allem ein runder Krimi mit humoristisch unterhaltsamer Note, überzeugend nicht durch die ganz große Spannung, sondern durch Erzählweise und Figuren.

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