Claudia Rapp – Zweiundvierzig

Ein Freitag im Winter, kurz vor Weihnachten. An der Uni ist nicht mehr viel los, nur ein paar Studenten arbeiten noch, wenig wissenschaftliches Personal und ein Blockseminar tagt als plötzlich das Licht ausgeht. Der Strom scheint ausgefallen, doch eine Durchsage erklärt den verschreckten Akademikern, dass sie gefangen und alle Ausgänge mit Sprengstoff gesichert sind. Dies stellt sich schnell als korrekt heraus. Die zusammengewürfelte Zwangsgemeinschaft muss in dieser Extremsituation die Nerven behalten. Zwei Austauschstudenten können sich kaum verständigen, eine paar Jurastudenten machen zunächst och Witze, die reflektierte Kristin ist immer mehr genervt, kann sich aber besser als andere kontrollieren und mit dem Hausmeister für Ordnung sorgen. Ein von einem Schlaganfall getroffener Professor kam offenbar von draußen – doch er kann sich nicht verständig machen. Es muss einen Weg hinaus geben. Doch sie ahnen noch nicht, dass der Feind auch unter ihnen ist.

Das Buch braucht ein wenig, bis es Fahrt aufnimmt. Die Einführung der Figuren bleibt sehr distanziert, sie können nicht packen. Als die unmittelbare Bedrohung jedoch dargelegt ist, entwickeln sich ungeahnte Stärke und gewinnen mehr und mehr an Profil. Die gruppendynamischen Prozesse dieser Gewaltsituation sind glaubwürdig dargestellt, auch die Handlungen der einzelnen Gefangenen wirken authentisch und überzeugend. Die Grenze zwischen Bangen und Hoffen lässt die Nerven flattern, was sowohl in der Geschichte wie auch beim Leser ankommt. Das Ende ist ebenfalls überzeugend konstruiert und kommt nicht zufällig daher. Auf knapp 170 Seiten schließlich doch gelungene Thriller-Spannung.

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