Daniel Friedman – Der Alte, dem Kugeln nichts anhaben konnten

Buck Schatz, mit 87 Jahren immer noch rüstig genug, um seinen Mitmenschen mit seinen scherzhaft bis zynischen Kommentaren auf die Nerven zu fallen, wird ans Totenbett eines alten Kriegsfreundes gerufen. Dieser will in letzter Minute noch ein Geheimnis loswerden: er hat einen hohen Nazioffizier gegen Ende des Krieges mit sehr viel Gold und einer falschen Identität laufen lassen. Entgegen anderer Meldungen ist dieser nicht ums Leben gekommen, sondern fristet ein gemütliches Dasein und Buck soll 65 Jahre nach dem Krieg Rache nehmen. Zunächst lehnt der ehemalige Polizist dies ab, aber seine Neugier ist doch geweckt und gemeinsam mit seinem Enkel Tequila begibt er sich auf Verbrecherjagd. Doch bald schon pflastern Leichen ihren Weg – nur wer ist ihnen auf den Fersen und tötet jeden, der etwas über den Nazischatz wissen könnte?

Buck Schatz hat durchaus einige witzige Kommentare, doch über weite Strecken war er für mich sehr anstrengend, erst gegen Ende wird der Zynismus deutlich zurückgefahren und die Handlung tritt in den Vordergrund. Insgesamt zwar unterhaltsam, wenn auch nur begrenzt glaubwürdig, was dieser doch sehr alte Herr noch alles bewerkstelligen soll. Etwas nervig für mein Empfinden, die Darstellung seines Wissens um moderne Medien, hier hat der Autor doch im Ton neben die Unwissenheit gegriffen und lässt ihn oftmals einfach dumm erscheinen, was zur restlichen Darstellung der Figur so gar nicht stimmig ist. Ebenso sind die Witze um Tequilas Namen irgendwann nicht mehr zum Schmunzeln, sondern nur noch ermüdend. Schade auch, dass man sich bezüglich des deutschen  Titels an den Jonas Jonasson Hype geklettet hat – völlig unpassender Weise. Zwar gibt es hier auch einen rüstigen Rentner, beide Romane könnten aber kaum weiter voneinander entfernt sein, insofern finde ich das schon ein wenig irreführend.

Fazit: nette Unterhaltung, hat sprachlich nicht ganz meinen Geschmack getroffen, ich hatte schlichtweg mehr oder anderes erwartet.

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