Sasa Stanisic – Vor dem Fest (Hörbuch)

Fürstenfelde in der Uckermark. Das jährliche Dorffest steht an und in der Nacht davor sind die Bewohner des von der Welt abgeschnittenen Dörfchens auf den Beinen. Ein Schramm, ehemaliger NVA Oberst will seinem Leben ein Ende setzen, die junge Anna erleidet beim Joggen einen Asthmaanfall, Frau Kranz will das Dorf bei Nacht malen und unzählige andere bereiten sich auf den großen Tag vor. In das Geschehen verwebt sich die Historie, die Mythen und Sagen, die dem Dorf sein ganz eigenes Gesicht geben.

Stansic zeichnet eine Momentaufnahme einer Gruppe von Bewohnern, die quasi überall in Deutschland zu Hause sein könnten. Persönliche Schicksale, die sich mit der Umgebung verbinden und durch sie bestimmt werden. Keine große Handlung, darum geht es hier nicht, sondern das Dasein an genau diesem Tag in seiner historischen nicht-Bedeutung, mal verzweifelt, mal depressiv, manchmal noch hoffnungsvoll, meist wenig vom Leben erwartend – so ist das ländliche Deutschland nun einmal und Sasa Stanisic hat es eingefangen. Die Hörversion vom Autor selbst gelesen hätte ein wenig mehr Modulation vertragen können, nichtsdestotrotz bringt sie ungefiltert vielleicht gerade darum das Banal-Alltägliche an einem außergewöhnlichen Tag hervor.
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