Judith Winter – "Siebenschön"

So hatte Em sich das nicht vorgestellt. Dass ihr Partner sich in Elternzeit verabschiedet hat, war schon unverschämt genug, aber jetzt soll sie nicht ihren Wunschkollegen bekommen, sondern mit einer Frau ein Ermittlungsteam bilden. Als ob das nicht genug wäre, ist die Asiatin Mai nicht nur ausgesprochen hübsch und klug, sondern mindestens genauso ehrgeizig wie sie. In dieser Konstellation sollen sie Frankfurt vor einem irren Serientäter retten. Auf brutale Weise ermordet er seine Opfer und nimmt Rache – alle haben ein Verbrechen begangen, das nicht geahndet wurde. Aber nicht nur sie müssen leiden, mit ominösen Briefen schickt er ahnungslose Opfer an die grausam inszenierten Tatorte. Es gibt offenkundig ein Muster und alle Fäden laufen beim Psychologen Westen zusammen. Doch dieser ist ratlos, weshalb er in den Fokus eines Irren geraten konnte. Der Countdown zum nächsten Mord läuft und die Ermittlerinnen arbeiten teils mit- teils gegeneinander auf Hochtouren.

Judith Winters Thriller bietet viel Spannnung, einen cleveren Serienmörder, der mit der Polizei spielt und Spannung von der ersten bis zur letzten Seite. Besonders brisant die Konstellation des Wrmittlungsteams, das eine eigene Note mit einbringt. Hier liegt auch die einzige Kritik. Die Figuren Em und Mai sind vielschichtig und interessant, kommen im Fall aber zu kurz. Leider erfährt man gerade über Mai zu wenig, hier ist durchaus noch viel Potenzial für Nachfolger. Der Fall an sich überzeugt jedoch restlos.
4,5/5
Advertisements