Elke Schwab – "Urlaub mit Kullmann"

Den Urlaub haben sie sich verdient: Kommissar a.D. Kullmann, seine Frau und die quasi Tochter und Ex Kollegin Elke mit samt Tochter reisen nach Kroatien. Eine Woche Erholung am Meer soll es werden, doch schon schnell werden sie durch Mitreisende belästigt und ein vermeintlicher Mordfall fordert Ankes Aufmerksamkeit. Aber auch der charmante Alexander buhlt um ihre Zeit und Zuneigung. Komische Dinge gehen im Urlaubsort vor sich, sind sie etwa in Mitten eines Bandenkriegs geraten?

Der Klappentext klingt sehr verlockend nach einem spannenden Krimi in Kroatien. Leider hält er nicht, was er verspricht. Die Figuren sind dümmlich und strotzen nur so vor Vorurteilen gegenüber Koraten, Ostdeutschen und eigentlich allem. Mit naiver Einfältigkeit gesegnet soll Anke eigentlich die clevere Kommissarin spielen, benimmt sich aber divenhaft und leichtsinnig, was zum einen unsympathsich wirkt und zum anderen nur den Kopf schütteln lässt. Blockwart Kullmann übernimmt überall das Kommando und erwartet unbedingten Gehorsam nach seiner Mottenkisten-Lebenseinstellung. Wenigstens gibt es gutes deutsches Essen im Hotel, wär ja auch nich schöner, wenn man sich an die primitiven Südländer anpassen müsste… Über weite Strecken ist der Roman ob der dummen Platitüden unerträglich, die Handlung ist absurd und unglaubwürdig, einen Krimi gab es eigentlich nicht wirklich. Dafür wird reichlich übers Essen geplaudert und Anke schmeißt sich direkt dem erstbesten Mann so aufdringlich an den Hals, dass es nur peinlich ist, davon lesen zu müssen. Die obligatorischen Strand-Sex-Szenen setzen dann den endgültigen Tiefpunkt einer völlig verunglückten Handlung. Auch sprachlich ist der Roman kein Glanzpunkt, vor allem die Dialoge sind gestelzt und unrealistisch. Schade, Chance vertag.
1,5/5
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