Christian Biesenbach -"Sonne, Wind und Mord"

Füe Kees Bloemberg beginnt der Tag wenig verheißungsvoll. Nach einem Zwischenfall degradiert erwarten ihn Falschparker und Papierkram während die ganze Stadt wegen einer Umweltkonferenz im Chaos versinkt. Als letzter Kommissar im Präsidium wird er dann doch zu einem Mordfall beordert – unter den wachsamen Augen des vermutlich unfähigsten Adjutanten. Doch das ungleiche Team muss sich schneller als gedacht zusammenfinden, nachdem man sie und eine Zeugin am Tatort angreift, beginnt die Flucht vor einem unbekannten Täter. Linda Farber ist zunächst auch wenig gesprächig und rückt nur nach und nach dami heraus, weshalb ihr Partner sterben musste: sie haben eine Methode entwickelt, Unmengen Energie belastungsarm herzustellen. Daran sind auch Politiker des Klimagipfels interessiert.

Der Roman ist recht rasant und lässt die Spannung durch parallel verlaufende Handlungsstränge auch nicht abfallen. Kees ist unkonventionnell und hat mit Rudjard ein passendes Pendant als Partner. Die Thematik ist aktuell und der Kriminalfall glaubhaft. Einzige Zweifel kamen mir bei der Vielzahl an Verletzungen, die die Protagonisten im Laufe der Handlung so sammeln, die sie aber nicht am tampferen weiterkämpfen hindern. Mit mehreren Schüssen und halb zu Tode geprügelt hechtet man üblicherweise nicht mehr durch Industrieanlagen. Ansonsten unterhaltsam und durchaus gelungen.

3,5/5

Romain Gary – Les trésors de la mer rouge

Romain Garys Reisebericht ist geprägt von intensiven Wahrnehmungen seiner Aufenthaltsorte. In Afrika – vorrangig in Djibouti im heutige Somaliland – und auf der arabischen Halbinsel versucht er, Land und Leute zu verstehen und beobachtet die Eigentümlichkeiten der Bewohner. Episodenhaft berichtet er von bemerkenswerten Begegnungen, die ihm Einblicke in andere Sichtweisen und neue Welten eröffnet haben. Für mich waren drei Geschichten im ersten Teil besonders beeindruckend: die Auswirkungen der Schlangenbisse, die Haltung des Arztes, der nicht nach Frankreich zurückkehren möchte und die Beschneidung der Mädchen.

Insgesamt wusste ich mit diesem Büchlein jedoch nur wenig anzufangen, bisweilen langweilte mich Gary, dann waren berichte schlicht belanglos. Einzig seine Beschreibungen der sagenhaften Landschaften bleiben als besonders gelungen in Erinnerung. Ich bin unentschieden, was ein Urteil angeht.

3/5

Catherine Jinks – Teuflisches Genie

Schon als Junge kann der kleine Cadel sich in Netzwerke hacken und das U-Bahnnetz lahmlegen. Seien Eltern suchen Rat beim Psychologen Thaddeus Roth, dessen große Bemühungen um ihren Sohn sie als besonderes Interesse an dem Genie deuten. Sie ahnen nicht, dass sie direkt in die Hände des Bösen gelaufen sind. Als sein Mentor zieht Thaddeus den unscheinbaren Cadel heran und weiht ihn in die Geheimnisse von Betrug, Verwandlung und Anwendung aller Kniffe der Netz- und Geschäftswelt ein. Doch er ist nicht allein, er arbeitet für Darkkon, den schwersten Verbrecher aller Zeiten – und Cadels leiblicher Vater. An einer eigens für ihn erschaffenen Universität trifft er auf die besten ihres Faches, alle instrumentalisiert, um das Netzwerk des Verbrechens zu schützen und auszubauen, Doch Thaddeus und Darkkon haben die Rechnung ohne das kleine Genie gemacht.

Die Geschichte weist in sich eine gewisse Konsistenz und Logik auf, auch wenn sie völlig abstrus und an den Haaren herbeigezogen ist. Leider kommen die Kommilitonen etwas zu kurz, als sie eingeführt wurden mit ihren speziellen Fähigkeiten und Macken, wurde das Buch zeitweilig doch recht interessant auch für Leser, die weder im Bereich Jugendbuch oder Fantasy/Science-Fiction unterwegs sind. Gegen Ende wurde es sehr langatmig und den ein oder anderen verzögernden Handlungsdreh hätte man sich sicherlich sparen können. Alles in allem durchschnittlich.

3/5