Francois Lelord – Le voyage d’Hector

Hector, französischer Psychiater, fragt sich, weshalb seine Klienten, die eigentlich ein gutes und erfülltes Leben führen, nicht glücklich sind. Er begibt sich auf Weltreise, um dem Mysterium Glück auf den Grund zu gehen. In Asien trifft er Mönche und Arbeiterinnen, in Afrika bettelnde Kinder, eine totkranke Frau und Diebesbanden, in Amerika einen Professor – diese und viele andere Begegnungen tragen zu einer Sammlung an Faktoren bei, die einen Menschen glücklich machen. Es sind keine hichtrabenden Weisheiten, sondern vielmehr Kleinihkeiten des Alltags, die leider in der ziviliserten Welt schnell untergehen und die dazu führen, dass wir nicht mehr erkennen, was wir haben.

Lelords erfolgreicher Roman bedient sich bekannter Prinzipien und ist an Märchenerzählungen angelehnt. Der naive Protagonist, der die Welt mit den Augen eines Kindes erfassen will, Komplexität reduziert und manche Dinge blumig umschreibt reist um die Welt und trifft genau die richtigen Menschen, die ihm bei seiner Auggabe helfen. Mich erinnert er sowohl an den kleinen Prinzen wie auch an Candide, kann jedoch an beide nicht heranreichen, dafür fehlt mir die Finesse. Bisweilen finde ichdie Vereinfachungen auch zu banal und fast ärgerlich, immer streift er wichtige Themen wie Zwangsprostitution oder Kolonialismus, die für mich in der Darstellung ein wenig zu sehr verharmlost und gelöst werden. Nichtsdestotrotz führt er uns vor, was wir oftmals nicht sehen und hat so durchaus für die Leser eine lebensnahe und nützliche Message.
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