Jussi Adler-Olsen – "Das Alphabethaus"

In den Wirren des zweiten Weltkrieges werden zwei englische Piloten über Deutschland abgeschossen. Zunächst gelingt ihnen die Flucht, ein langsam fahrender Zug mit Verletzten scheint ihre Rettung. Sie nehmen die Identität zweier Offiziere an und lassen sich in ein psychiatrisches Krankenhaus in Süddeutschland transportieren. Qualvolle Behandlungen müssen sie durchstehen, doch noch schlimmer sind die Quälereien durch die anderen Simulanten, die Bryan und James das Leben in der Fremde zur Hölle machen. Bryan gelingt schließlich die Flucht und er kann sich in der Heimat eine neue Existenz aufbauen. Doch die Suche nach James lässt ihm keine Ruhe. Fast 30 Jahre nach Ende des Krieges ist es endlich so weit: er erfährt, was sich nach seiner Flucht zugetragen hat und wie gemütlich es sich die Peiniger von damals eingerichtet haben. Es ist Zeit, um Rache zu nehmen.

Adler-Olsens Roman ist ungewöhnlich, wenn man die Carls Morck Reihe kennt. Sein Erstlingswerk steht des großen Erfolgen jedoch in nichts nach, sondern schafft es eine spannende Geschichte eingebettet in die Kriegswirren zu schaffen, die den Leser mitreißt. Mich ahben vor allem die Szenen im Lazarett überzeugt, von Grausamkeit kaum zu überbieten und vermutlich erschreckend realistisch. Das dramaturgische Schwenken zwischen den Figuren und ihrem Leiden, ermöglich eine multiperspektivische Betrachtung und steigert die Spannung. Erst gegen Ende beim großen Showdown war mir die Geschichte ein wenig überzogen, aber alles in allem hervorragende, hochspannende Unterhaltung.

*****/5

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