Mia Morgowski – Dicke Hose

Ein wichtigtuerischer, angeberischer Makler. Ein angeblich sterbenskranker Freund in Not. Eine Hamburger Nobelboutique. Aus diesen Zutaten hat Mia Morgowski einen Roman gestrickt, der wohl lustig und unterhaltsam sein soll. Mag er auch sein, wenn man über widerliche Charaktere hinwegsehen kann, bei denen man nicht weiß, ob ihre Dummheit, ihre Ignoranz oder deren Arroganz einem am meisten nervt. Protagonist Alex ist mehr als eine Karikatur des eingebildeten Schnösels, dem man jede Katastrophe an den Hals wünscht und der den Leser dazu veranlasst, sich diebisch über jedes weitere Malheur zu freuen. Doch leider tut einem die Autorin nicht den Gefallen, diesen Widerling vor die Hunde gehen zu lassen, sondern tisch ein zuckersüßes, vor Friede-Freude-Eierkuchen nur so triefendes Happy-End auf, dass man das Buch nur noch in die Ecke pfeffern möchte.

Möglicherweise habe ich den Humor nicht verstanden. Vielleicht finde ich die präsentierten Figuren allesamt so furchtbar, dass ich den Witz nicht sehen konnte. Es mag auch sein, dass ich die wenig subtile Botschaft „jede brave Frau kann einen Typen zu einem echt netten supi-dupi-Kerl machen“ zu dämlich finde, um mit dem Buch etwas anfangen zu können.

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